Zuger Kreislaufwirtschaft

Verfassungsinitiative für eine Zuger Kreislaufwirtschaft

Die GLP Kanton Zug lanciert eine Verfassungsinitiative zum Thema Kreislaufwirtschaft.

Die GLP Kanton Zug hat an ihrer Mitgliederversammlung am 15. November 2024 einstimmig beschlossen, eine Verfassungsinitiative für die Zuger Kreislaufwirtschaft zu lancieren. Der neu in die Kantonsverfassung aufzunehmende Paragraf orientiert sich am Vorbild aus dem Kanton Zürich.

Initiativtext

Die unterzeichneten Stimmberechtigten reichen gestützt auf § 79 Abs. 2 in Verbindung mit § 35 Abs. 1 und 2 der Kantonsverfassung vom 31. Januar 1894 (BGS 111.1) in der Form des formulierten Entwurfs das folgende Initiativbegehren ein:

§ 13a (neu) Stoffkreisläufe

Unser problematischer Umgang mit Rohstoffen

Unsere Welt bietet uns wertvolle Ressourcen, doch sie dient leider oft auch als riesiger Abfalleimer. Viele Produkte werden nur kurz genutzt und dann weggeworfen. Dieses  «Nehmen, Nutzen, Wegwerfen» prägt unsere heutige Lebensweise und führt zu grossen

Problemen: Rohstoffe werden knapp, Müllberge und Emissionen wachsen und die Umwelt leidet. Das gefährdet unsere Lebensqualität und unseren Wohlstand. Die Kreislaufwirtschaft will das ändern.

Was ist Kreislaufwirtschaft?

Die Kreislaufwirtschaft ist ein Konzept, das darauf abzielt, natürliche Ressourcen zu schonen, Abfälle zu vermeiden und Umweltbelastungen zu reduzieren.
Produkte und Materialien werden so gestaltet, dass sie eine lange Lebensdauer haben. Gleichzeitig soll am Ende ihres Lebenszyklus eine Wiederverwendung, Reparatur, ein Recycling oder ein biologischer Abbau möglich sein. Die Kreislaufwirtschaft basiert auf den folgenden Prinzipien:

 

Vermeidung von Abfällen

Produkte und Prozesse werden von Beginn an so gestaltet, dass Abfälle möglichst vermieden werden. Dadurch lassen sich Ressourcen schonen und Umweltbelastungen deutlich reduzieren.

 

Wiederverwendung

Produkte werden von Beginn an so entworfen, dass sie möglichst lange genutzt werden können, zum Beispiel durch robuste und kreislauffähige Materialien, reparaturfreundliches Design und modulare Bauweise.

 

Recycling

Produkte oder Materialien, die nicht wiederverwendbar sind, werden recycelt. Dabei werden sie aufbereitet und ihre Bestandteile als Rohstoffe erneut genutzt, sodass neue Produkte entstehen und Ressourcen geschont werden.

 

Abfall als Energiequelle

Produkte oder Materialien, die nicht recyclebar sind, gelangen in die Müllverbrennung. Dabei wird der Abfall nicht einfach entsorgt, sondern liefert auch Strom und Wärme. Wichtig ist: Erst wenn Wiederverwertung und Recycling nicht machbar sind, soll Abfall als Energiequelle genutzt werden.

Argumente

Nachhaltigkeit und Umweltschutz
Die Initiative ermöglicht es Kanton und Gemeinden Massnahmen zu treffen, um Abfälle zu vermeiden, schonend mit Ressourcen umzugehen und die Wiederverwendung und Verwertung von Materialien und Gütern zu fördern.

Wirtschaftliche Effizienz und Innovation
Unternehmen erzielen durch den effizienten Einsatz von Ressourcen Kostenersparnisse und reduzieren die Abhängigkeit von Rohstoffimporten. Weiter birgt eine Kreislaufwirtschaft enormes Potenzial für Innovationen und neue Geschäftsmodelle, was wiederum Arbeitsplätze schafft.

Verbesserte Produkte
Die Kreislaufwirtschaft zielt auf die längere Lebensdauer von Produkten ab. Aufgrund dessen profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher von hochwertigeren und reparierbaren Produkten und sparen damit vielleicht sogar Geld.

Unterstützen Sie die Initiative

Laden Sie die Unterschriftenbogen herunter und unterschreiben Sie die Initative noch heute!

Entstehungsgeschichte

Brainstorming

Wir haben am Stammtisch am Sonntag, 7. Januar 2024 ein Brainstorming durgeführt um Themen zu identifizieren, wofür wir und unsere Mitglieder und Sympathisanten brennen. Impressionen vom Anlass findest du hier. Das Thema mit am meisten Zustimmung war das Thema der Kreislaufwirtschaft.

 

 

Kick-off

Bei unserem Kick-off am 7. April zum Schwerpunkt Kreislaufwirtschaft führte Paola De Coppi, Präsidentin Verein Repair Café Zug uns durch die Geschichte und Herausforderungen des Répair Cafés. Obwohl das Café ein Erfolg ist, stosst es an Grenzen, insbesondere was die Verfügbarkeit von Freiwilligen betrifft und ist «nur ein Tropfen auf dem heissen Stein», wie Paola ausführte. Wir haben weiter auch Erkenntnisse aus einer Studie zur Wiederverwendung von Elektrogeräten diskutiert. Eine grosse Herausforderung ist die ökonomische Obsoleszenz. Sprich eine Reparatur lohnt sich oft nicht, obwohl 50% der entsorgten Geräte technisch noch funktionstüchtig sind und bei der Hälfte eine Weiter- oder Wiederverwendung ökologisch sinnvoll ist. In Workshops wurden dann konkrete Ansätze zur Förderung von Reparaturen und zur Integration des Grundsatzes der Stoffkreisläufe entwickelt.

 
Marc Steiner, Bundesverwaltungsrichter und Co-Fachgruppenleiter Institut Public Sector Transformation der Berner Fachhochschule hielt einen mitreissenden Vortrag darüber, wie Stoffkreisläufe in das öffentliche Beschaffungswesen integriert werden können. Nach weiteren Workshops präsentierten wir unsere Ideen im Plenum und sind nach diesem erfolgreichen Kick-off zuversichtlich, dass wir die Kreislaufwirtschaft im Kanton Zug positiv beeinflussen können.
 

Interpellation im Kantonsrat

Die Fraktion hat bereits eine kleine Anfrage eingereicht, um die Haltung der Regierung zu bestimmten Ideen zu erfahren. Wir sind gespannt und freuen uns auf die kommenden Entwicklungen und darauf, gemeinsam Fortschritte zu erzielen!

Mittlerweile ist die Kleine Anfrage in eine Interpellation umgewandelt worden und die Zuger Zeitung hat das auch in einem Artikel aufgegriffen. 

 

Beschluss an der Mitgliederversammlung vom 15. November 2024

Da wir nicht ein einzelnes Thema wie zum Beispiel Kreislaufwirtschaft im Bau anregen möchten, sondern eine umfassende Strategie des Kantons Zug erwarten, haben sich die Mitglieder der Grünliberalen Kanton Zug am 15. November 2024 für die Lancierung der Verfassungsinitiative in der Form des formulierten Entwurfes ausgesprochen.

Finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten

Interaktive Kaufberatung

Sie sind auf der Suche nach einem neuen Sofa? Oder benötigen einen neuen Fernseher?

 

Dieser Chatbot («Purchase Avoider») hilft Ihnen, dabei die Nachhaltigkeit zu berücksichtigen, und kommt mit erfrischenden Tipps daher – ganz im Sinn der Initiative.

(Eigenes Konto bei ChatGPT nötig. Dieser Chat basiert auf einer externen KI-Anwendung. Wir haben keinen Einfluss auf die generierten Antworten und übernehmen keine Verantwortung für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Inhalte. Die Inhalte widerspiegeln nicht zwingend die Meinung der GLP. Bitte nutzen Sie den Chat mit kritischem Denken.)

 

Virtuell schon mal üben?

In unserem Sammel-Simulator kannst du dich schonmal üben im Unterschriften sammeln.

Nach dem Training bist du bereit, um am nächsten Aktionstag voll durchzustarten!