GLP: ein Hallenbad auf dem Fussballplatz?

GLP: ein Hallenbad auf dem Fussballplatz?

Im Moment läuft in der Stadt Zug eine Standortevaluation für das neue Hallenbad. Gleichzeitig plant die Stadt Zug auch einen neuen Standort für den Tennisclub Zug und zwar auf dem Dach eines Neubauprojekts für die Feuerwehr und den Werkhof im Göbli, also im Norden der Stadt Zug. Mit dem neuen Hallenbad und den Tennisplätzen wurden zum ersten Mal Mehrfachnutzungen auf Grundstücken in der Stadt geplant. Die Frage stellt sich nun, sind diese Mehrfachnutzungen sinnvoll oder notwendig?

 

Der Kanton Zug ist flächenmässig klein, aber wirtschaftlich hochattraktiv. Neben Wohnungen benötigt der Kanton auch Zonen, welche dem öffentlichen Interesse, dh. dem Gemeinwohl dienen. Neben Frei- und Grünflächen können Sie auch Bauten und Anlagen enthalten, welche überwiegend einen öffentlich- rechtlichen Zweck haben. Mit Blick auf das Bevölkerungswachstum erweitert die Stadt Zug die Zone für öffentliche Bauten und Anlagen (OeIB) um zusätzliche Flächen auf der Allmend Nord und im Göbli neben dem Ökihof. Der Zonenplan sieht zusätzliche Rasenspielfelder vor, welche eine polysportive Nutzung ermöglichen würde. Die öffentliche Auflage für die Bevölkerung findet im Anschluss, voraussichtlich im Herbst 2025 statt. Die Stadt Zug setzt auch auf eine gezielte Innenverdichtung, um einerseits das künftige Wachstum möglich zu machen und andererseits den Bodenverbrauch auf ein Minimum zu bringen.

 

Ein Hallenbad in Kombination mit einem Fussballplatz? Ein gewagtes Projekt, doch Synergien sind da: Die Parkplätze können gemeinsam genutzt, Betriebs- und Unterhaltskosten gesenkt werden, eine Mehrfachnutzung schlichtweg notwendig. In München wird bereits seit 2020 auf einem Hochhaus gekickt. Das Projekt mit einem Tennisplatz auf einem Dach wäre noch visionärer. Befürworter sehen eine innovative Lösung zur Flächennutzung. Kritiker befürchten eine eingeschränkte Spielqualität und fehlende Akzeptanz. Ein ebenerdiges Tennisspielen in der Sportmeile von Zug ist jedoch einer Dachidee vorzuziehen.

 

Die Debatte zeigt es aber: Zug braucht solche Konzepte. Mehrfachnutzungen sind nicht nur eine Reaktion auf den Platzmangel, sondern auch eine Chance für eine zukunftsweisende Stadtentwicklung. Die Frage ist nicht mehr, ob Mehrfachnutzungen notwendig sind, sondern wie gut und innovativ können sie umgesetzt werden.

 

Daniel Ritter, GLP