Ein neues Zentrum für Rotkreuz

Ein neues Zentrum für Rotkreuz

Seit je her ist der Bahnhof das Zentrum von Rotkreuz, der Bahnhof ist Dreh- und Angelpunkt der Gemeinde, folgerichtig liegt das Gemeindezentrum Dorfmatt direkt neben dem Bahnhof. Der Bahnhof war schon wichtig als Rotkreuz noch deutlich kleiner war als heute, wichtige Strecken der SBB kreuzen sich hier. In den letzten Jahren hat sich Rotkreuz jedoch deutlich verändert und es entstand ein gewisses Ungleichgewicht: Nördlich des Bahnhofs das grosse Neubaugebiet Suurstoffi mit moderner Architektur und Wohnungen, Büros sowie der Fachhochschule Zentralschweiz, südlich die kleinen Gebäude der SBB sowie das nun doch in die Jahre gekommene Gemeindezentrum.

 

Doch dies wird sich nun ändern: Mit der Zentrumsgestaltung stehen grosse, ja enorme Bauprojekte an, und zwar 3 an der Zahl: Die SBB plant neue Bahnhofsgebäude mitsamt ca. 120 Wohnungen, der Kanton plant eine neue Kantonsschule sowie die Gemeinde ein neues Gemeindezentrum mit Saal und ca. 60 Wohnungen, summiert einiges über 300 Mio. CHF.

 

Am 24. Juni war es nun so weit: Die Siegerprojekte der SBB und für das Bauprojekt der Gemeinde Risch wurden im Rahmen einer Vernissage vorgestellt. Architektonisch sind diese ähnlich gehalten wie die Gebäude der Suurstoffi und werden somit den nördlichen Teil mit dem südlichen Teil des Bahnhofs gestalterisch verbinden. Dies ist sinnvolle Zentrumsentwicklung, zentraler geht es nicht, hoffentlich mit den neusten Techniken in Bezug auf nachhaltiges Bauen, ich freu mich drauf.

 

Wichtig scheinen mir jedoch trotz grosser Vorfreude folgende Punkte: Zu einem richtigen Zentrum gehört auch, dass man genug Platz für Anlässe und Festivitäten hat und dass man solche mit vertretbarem organisatorischem Aufwand auch im neuen Zentrum durchführen kann. Weiter würde eine Verkehrsberuhigung der aktuell stark befahrenen Kantonsstrasse auf einem möglichst langen Abschnitt viel zur Lebensqualität im Zentrum beitragen: Lärm würde reduziert und die Sicherheit erhöht. Und zu guter Letzt noch eine Prise Realismus: 3 so grosse Bauprojekte, welche mehr oder weniger zeitgleich während mehrerer Jahre im Zentrum gebaut werden, erfordern von allen Beteiligten, insbesondere den Anwohnern, maximale Flexibilität und werden auch von Zeit zu Zeit die Nerven arg strapazieren. Da wird es wohl auch etwas “durchbeissen” heissen.

 

Reto Vogt, Kantonsrat GLP