Schneller, näher, digital: Online-Polizeiposten der Zuger Kantonspolizei mit Videokonferenz

Schneller, näher, digital: Online-Polizeiposten der Zuger Kantonspolizei mit Videokonferenz

Der Regierungsrat wird eingeladen

 

  1. die operativen Grundlagen fĂ¼r den Betrieb eines Online-Polizeiposten zu schaffen und umzusetzen,
  2. zu prĂ¼fen, inwiefern bestehende Ă–ffnungszeiten durch den Online-Polizeiposten ergänzt oder reduziert werden können, und
  3. Erkenntnisse aus dem ZĂ¼rcher Pilotprojekt – insbesondere zur Nutzung, Entlastung und Akzeptanz – zu prĂ¼fen und falls Ă¼bertragbar im Kanton Zug anzuwenden.

 

 

BegrĂ¼ndung:

 

Die Digitalisierung eröffnet auch im Bereich der öffentlichen Sicherheit neue Chancen, um Abläufe zu vereinfachen, Ressourcen gezielter einzusetzen und damit die im täglichen Einsatz stehenden Polizeipatrouillen wirksam zu stärken.

 

Ein konkretes Beispiel liefert der Kanton ZĂ¼rich: Die Kantonspolizei ZĂ¼rich hat im Juli 2024 einen Online-Polizeiposten mit Videokonferenz-Funktion eingefĂ¼hrt und diesen ein Jahr lang getestet. Das Pilotprojekt stiess auf hohe Nachfrage und positive Resonanz in der Bevölkerung. Während der Versuchsphase nutzten rund 2’000 Personen das neue Angebot, wobei Ă¼ber 1’750 Anzeigen erstattet und rund 230 polizeiliche Beratungen durchgefĂ¼hrt werden konnten. Seit Februar 2025 unterstĂ¼tzt auch die Stadtpolizei ZĂ¼rich das Angebot personell, sodass der Online-Polizeiposten per Juli 2025 definitiv eingefĂ¼hrt worden ist.

 

Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Bevölkerung kann Delikte ortsunabhängig und ohne Bindung an die Ă–ffnungszeiten physischer Polizeiposten anzeigen oder sich persönlich per Videokonferenz beraten lassen. Gleichzeitig entlastet die digitale Anzeigenaufnahme die klassischen Schalter und schafft Zeit fĂ¼r operative Polizeiarbeit vor Ort. Der Online-Polizeiposten ergänzt dabei das bestehende Portal ‹Suisse ePolice›, welches bislang auf bestimmte Deliktskategorien beschränkt ist, sinnvoll und niederschwellig.

 

Auch die Zuger Kantonspolizei sieht sich mit einem hohen administrativen Aufwand, eingeschränkten Ă–ffnungszeiten der Polizeiposten und zunehmenden Herausforderungen bei der Rekrutierung von qualifiziertem Personal konfrontiert. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob ein Online-Polizeiposten mit Videokonferenzfunktion auch im Kanton Zug einen Mehrwert schaffen kann – sei es durch Effizienzsteigerungen, die Entlastung der Mitarbeitenden oder eine verbesserte Erreichbarkeit fĂ¼r die Bevölkerung.

 

Ein digitaler Polizeiposten bietet die Chance, den Zugang zur Polizei barrierearm, zeitgemäss und bĂ¼rgernah zu gestalten. Geschädigte und Oper könnten standortunabhängig persönlich mit der Polizei in Kontakt treten, ohne auf physische Präsenz angewiesen zu sein. Gleichzeitig eröffnet ein solches Modell auch fĂ¼r Mitarbeitende flexible Einsatzmöglichkeiten, etwa durch standortunabhängige Arbeitsformen, ohne Abstriche bei Qualität oder Sicherheit zu machen.