GLP Anlass zum Thema Wohnbaupolitik – Subjektförderung

GLP Anlass zum Thema Wohnbaupolitik – Subjektförderung

Die GLP Stadt Zug lud am 5. Mai zum monatlichen Stammtisch ins Panorama 24 ein. Im Zentrum des Abends stand diesmal die Wohnbaupolitik – ein Thema, das viele Menschen im Kanton Zug beschäftigt. Präsident Daniel Ritter begrüsste Mitglieder und Gäste herzlich zum Anlass.

 

Nach einer kurzen Einführung von GLP-Gemeinderat Daniel Marti zur aktuellen Zuger Wohnungspolitik referierte Dr. Marco Salvi von Swiss Economics über das wohnungspolitische Instrument der Subjektförderung. Der Autor einer vielbeachteten Studie zeigte dabei auf anschauliche Weise, dass manche verbreiteten Stammtischargumente einer genaueren Analyse nicht standhalten.

 

Anhand umfangreicher statistischer Auswertungen erklärte Dr. Salvi, dass der Anteil der Mietkosten am Brutto-Haushaltseinkommen in der Schweiz seit rund 100 Jahren erstaunlich stabil bei etwa 20 Prozent liegt. Eine Ausnahme bildete lediglich die Zeit der Weltwirtschaftskrise in den 1930er-Jahren, als die Einkommen schneller sanken als die Mieten.

 

Unterschiede zeigen sich jedoch zwischen den Einkommensgruppen: Die einkommensschwächsten 20 Prozent der Haushalte, Alleinstehende sowie Personen mit grosser Wohnfläche tragen überdurchschnittlich hohe Mietkosten. Gerade bei den unteren Einkommensgruppen ist zudem ein leichter Anstieg erkennbar.

 

Dr. Salvi erläuterte weiter die verschiedenen Formen staatlicher Eingriffe in den Wohnungsmarkt – indirekte Massnahmen sowie direkte Objekt- oder Subjektförderung. Während die Objektförderung, etwa über Beiträge an Genossenschaften oder Baurechtsmodelle, vor allem auf Gemeindeebene erfolgt, ist die Subjektförderung primär in Sozialwerken wie Ergänzungsleistungen oder Sozialhilfe verankert.

 

Die präsentierten Zahlen zeigten: Beide Instrumente bewegen sich in einer ähnlichen Grössenordnung, unterscheiden sich aber in ihrer Wirkung. Die Subjektförderung (1665 Mio. Franken pro Jahr) erreicht Bedürftige gezielter, während die Objektförderung (815 Mio. Franken pro Jahr) unmittelbarer auf die Wohnungsproduktion wirkt.

 

Beim anschliessenden und viel gelobten Apéro der Zuger Bäuerinnen wurde engagiert weiterdiskutiert – unter anderem auch über das wohnbaupolitische Positionspapier der GLP Kanton Zug, das an der kommenden Mitgliederversammlung traktandiert ist.