Die Sicherheit der Schweiz geht uns alle an – Frauen wie Männer. Genau darum dreht sich die Initiative zum Service Citoyen vom 30. November. Sie steht für ein zeitgemässes Verständnis von Verantwortung und stärkt das, was unser Land ausmacht: Zusammenhalt, Engagement und Wissen.
Ob im Notfall, bei einem Stromausfall oder einem Cyberangriff – wer gelernt hat, in solchen Situationen handlungsfähig zu bleiben, schafft echte Sicherheit für die Schweiz. Und das unabhängig vom Geschlecht. Das alte Rollenbild – Männer schützen, Frauen sorgen – passt schlicht nicht mehr in unsere Zeit. Wenn wir solche Muster wirklich hinter uns lassen wollen, reicht es nicht, nur über gleiche Rechte zu sprechen. Wir müssen auch bereit sein, die gleichen Pflichten zu tragen.
Auch auf kantonaler Ebene können wir ein Zeichen setzen für mehr Gleichstellung und Inklusion. Es ist kaum zu rechtfertigen, dass vollständig verbeiständete Personen oder Menschen mit validiertem Vorsorgeauftrag kein Stimm- und Wahlrecht haben. Ja, sie brauchen Unterstützung – aber das bedeutet nicht, dass sie keine eigene Meinung hätten oder nicht verstehen könnten, worum es bei einer Abstimmung geht. Ihnen dieses Recht zu verweigern, ist nicht nur ungerecht, sondern auch heikel. Denn wer entscheidet, wer „fit“ genug ist, um Demokratie auszuüben?
Immer wieder taucht der Vorschlag eines „Wissensquiz“ als Voraussetzung fürs Abstimmen auf – eine Idee, die ich klar ablehne. Unsere Demokratie lebt nicht von Eliten oder Tests, sondern vom Vertrauen in die Bevölkerung. Und dieses Vertrauen ist berechtigt: In der Summe ist unsere Gesellschaft erstaunlich klug. Die kollektive Intelligenz führt zwar nicht immer, aber meistens zu ausgewogenen, vernünftigen Entscheidungen.
Darum: Holen wir alle mit ins Boot! Demokratie bedeutet, gemeinsam unterwegs zu sein – im Austausch, im Dialog, im gegenseitigen Verständnis. Das ist Stärke. Das ist schweizerisch. Darum stimme ich am 30. November Ja zur Verfassungsänderung und Ja zum Service Citoyen – für gleiche Rechte, gleiche Pflichten und eine starke Demokratie.
Tabea Estermann
Präsidentin und Kantonsrätin GLP Kanton Zug