Kleine Anfrage Olympische Winterspiele 2038

Kleine Anfrage Olympische Winterspiele 2038

Kleine Anfrage von Tabea Estermann und Klemens Iten betreffend
Beteiligung des Kantons Zug an den Olympischen Winterspielen 2038

 

Die Schweiz bewirbt sich mit dem Projekt «Switzerland 2038» für die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2038. Das dezentrale Konzept setzt konsequent auf bestehende Infrastruktur in allen Landesteilen. Der Bund unterstützt die Kandidatur mit maximal 200 Millionen Franken ohne Defizitgarantie; der Entscheid des IOC wird Ende 2027 erwartet.

 

Zentraler Bestandteil der Kandidatur ist die Organisation in regionalen Clustern. Luzern ist als Cluster Zentralschweiz für die Unterbringung der Athletinnen und Athleten aus Zürich, Zug und Engelberg vorgesehen. Geplant sind ein «Home of the Athletes» als Begegnungsort, die Nutzung bestehender Hotelkapazitäten sowie Rahmenanlässe wie Medaillenzeremonien. Der Stadtrat Luzern unterstützt die Kandidatur ausdrücklich.[1]

 

Vor diesem Hintergrund hat die Stadt Zug am 12. Januar 2026 öffentlich bekräftigt, sich als einer der Austragungsorte für die Eishockeyturniere der Olympischen Winterspiele 2038 zu positionieren.[2] Vorgesehen ist die Austragung von Spielen der Frauen- und Männerturniere in der OYM-Hall; insgesamt sollen zehn Teams mit rund 240 Athletinnen und Athleten sowie etwa 140 Offiziellen zu Gast sein. Der Stadtrat strebt eine hälftige Kostenaufteilung mit dem Kanton Zug an; momentan ist ein Beitrag von insgesamt 7,7 Millionen Franken vorgesehen, verteilt über die Jahre 2028 bis 2037.

 

Für den Kanton Zug stellt sich damit die Frage, ob und in welcher Form er sich an einer solchen Austragung beteiligen möchte. Im Rahmen des Clusters Zentralschweiz könnten sich zudem Chancen ergeben, Impulse für nachhaltige Arealentwicklungen zu setzen – etwa mit energieeffizienten, sozial durchmischten und barrierefreien Wohnformen wie Alters- oder Studentenwohnungen – und sich als innovativer, international vernetzter Standort zu positionieren.

 

Vor diesem Hintergrund bitten wir die Regierung um Beantwortung folgender Fragen:

  1. Ist der Regierungsrat bereit, sich im Umfang von bis zu 50 Prozent am vorgesehenen Beitrag der Stadt Zug zu beteiligen? Unter welchen Bedingungen?
  2. Hat der Kanton Zug geprüft, sich in geeigneter Form am Engagement im Cluster Zentralschweiz für die vorgesehene Unterbringung der Athletinnen und Athleten zu beteiligen?
  3. Sieht der Regierungsrat im Zusammenhang mit einer möglichen Kandidatur 2038 Chancen für nachhaltige Wohn-Entwicklungsprojekte im Kanton Zug?

 

[1]Artikel der Luzerner Zeitung: Für Luzerner Olympia-Beteiligung ist Parlamentsentscheid nötig  https://www.luzernerzeitung.ch/zentralschweiz/stadt-region-luzern/olympia-2038-in-luzern-parlament-muss-entscheiden-ld.4120035

[2] Mitteilung der Stadt Zug: https://www.stadtzug.ch/aktuellesinformationen/2715314