Reaktion zur Antwort auf das Postulat zur kantonalen digitalen Assistenz

Reaktion zur Antwort auf das Postulat zur kantonalen digitalen Assistenz

Geschätze Kolleginnen und Kollegen

 

Wir sind von der Antwort der Regierung etwas erstaunt. Mit dem Postulat wollten wir die Regierung auffordern, einen digitalen Assistenten zu schaffen, der über die einzelnen Direktionen hinweg Informationen einfach verfügbar macht. Ziel wäre einerseits die Anwendung sowohl verwaltungsintern beispielsweise bei der Verfassung von Emails oder für Übersetzungen zu nutzen aber auch für die Bürgerinnen und Bürger zu öffnen. Diese könnten bspw. Sprachbasiert Termine vereinbaren, nach Informationen zu Bauvorschriften suchen oder Unterstützung beim Ausfüllen von Formularen erhalten. Ein digitaler und sprachbasierter Assistent ist nicht einfach eine Spielerei für ein paar Technik-Nerds, sondern vereinfacht die Zugänglichkeit von Informationen und fördert die Inklusion von Personen, die kognitiv beeinträchtigt sind oder eine Sehschwäche haben. Die Regierung verweist in ihrer Antwort darauf, dass es bereits Suchfunktionen bspw. Für die Geschäfte des Kantonsrates gäbe. Ich nehme an, sie haben diese Funktion auch schon mehr oder weniger erfolgreich ausprobiert. Die Suchfunktion ist in etwa so hilfreich, wie wenn sie den Wetterbericht der letzten Woche anschauen, um zu entscheiden, ob sie heute einen Schirm mitnehmen.

 

Wir regen mit dem Postulat nicht einfach eine verbesserte Suchfunktion an, sondern eine grundlegend andere Interaktionsmöglichkeit mit den Bürgerinnen und Bürgern. Geschätzte Kolleginnen und Kollegen die Glühbirne wurde auch nicht durch die Optimierung der Kerze erfunden.

 

Dass die Regierung der Meinung ist, der direkte Kontakt per Telefon reiche und man solle erst noch zuwarten bis sich die Technologie weiterentwickelt hat, ist erstaunlich. Sprachmodelle LLMs werden in vielen Unternehmen bereits breit eingesetzt. In Kombination mit sogenannten RAG (Retrievel Augemented Generation) Systemen können zusätzliche nicht öffentliche Datensätze bspw. verwaltungsinterne Daten für Anfragen genutzt werden. Warum der Kanton Zug nicht ambitionierter in technologische Grundlagen investiert, die der Bevölkerung und der Verwaltung zugutekommen, ist nicht verständlich. Wir verlangen von Ihnen ja nicht, den Bau eines Stadttunnels oder eines neuen Kantonsratssaals, sondern über die Direktionen hinweg eine Grundlage für eine digitale Verwaltung zu schaffen. Dazu braucht es in erster Linie eine klare Datenstrategie und entsprechende Architektur.

 

Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, unterstützen sie unser Postulat, damit hat der Regierungsrat immer noch drei Jahre Zeit, um sich mit den neuen technologischen Möglichkeiten zu beschäftigen.

 

Joëlle Gautier, Kantonsrätin ZG