Die Schule von heute entscheidet darüber, wie wir morgen leben, arbeiten und als Gesellschaft zusammenwirken. Die Zuger Volksschule steht vor konkreten Weichenstellungen: Revision des Konzepts Sonderpädagogik (KOSO), Anpassung des Übertrittssystems, wachsende Heterogenität in den Klassenzimmern sowie psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Diese Debatten verdienen Fakten statt Bauchgefühl und funktionierende Strukturen statt guter Absichten.
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Ein Beispiel zeigt, wo der Kanton Zug strukturell hinterherhinkt: die Digitalisierung. Der Lehrplan 21 verlangt digitale Kompetenzen nicht nur im Fach Medien und Informatik, sondern fächerübergreifend. Finanzierung, Infrastruktur und Steuerung überlässt der Kanton jedoch weitgehend den elf Gemeinden. St. Gallen investiert 75 Millionen in eine IT-Bildungsoffensive, Luzern koordiniert die Gerätebeschaffung kantonal, Basel-Stadt finanziert die Digitalisierung der Volksschule zentral – Zug als einer der wohlhabendsten Kantone steht auffällig passiv da. Die iPad-Debatte Anfang Jahr hat das Dilemma offengelegt: Kanton und Gemeinden beanspruchen die Qualitätssicherung beide für sich, doch die heutige Aufgabenteilung führt zu Konfrontation statt Kooperation.
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Dabei funktioniert kantonale Koordination in Zug durchaus: Bei den Lehrmitteln sichert der Kanton die Qualität und koordiniert die Beschaffung. Mit der Digitalisierung verschwimmen jedoch die Grenzen zwischen Lehrmitteln, Software und KI-Plattformen. Qualitätssicherung beim Inhalt ohne gemeinsame Standards bei Plattformwahl oder Datenschutz genügt nicht mehr. Während andere Kantone KI-Plattformen zentral evaluieren und lizenzieren, entscheidet in Zug jede Gemeinde für sich, mit unterschiedlichen Qualitätsmassstäben und Rechtsauslegungen.
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Dieses Beispiel steht stellvertretend für eine grundsätzliche Herausforderung. Es braucht verbindlichere Zusammenarbeit zwischen Kanton und Gemeinden, damit alle Schülerinnen und Schüler vergleichbare Voraussetzungen haben und Lehrpersonen entlastet werden.
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Neben strukturellen Fragen setzt die GLP auch inhaltlich klare Schwerpunkte. Wir stehen für ein Bildungssystem, das individuelle Stärken fördert, Chancen schafft und junge Menschen befähigt, sich in einer komplexen Welt zurechtzufinden. Bildung muss junge Menschen auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten. Dazu gehören Kompetenzen im Bereich Nachhaltigkeit ebenso wie ein vertieftes Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge. Mit Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) wollen wir diese Perspektiven stärker im Schulalltag verankern. Voraussetzung dafür sind gute Rahmenbedingungen für Lehrpersonen, basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen statt politischen Bauchentscheiden.
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Für die GLP ist Bildungspolitik dann erfolgreich, wenn sie evidenzbasiert, lösungsorientiert und langfristig gedacht ist. Wir setzen uns dafür ein, dass der Kanton Zug auch in Zukunft ein Bildungsstandort bleibt, der Qualität, Innovation und Chancengerechtigkeit verbindet.
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Klemens Iten ist seit 2022 Mitglied des Zuger Kantonsrats und der Bildungskommission. Der GLP-Politiker stammt aus Unterägeri und doktoriert an der ETH Zürich zum Thema maschinelles Lernen für Roboter. |