Weniger Schlagworte, mehr Lösungen

Weniger Schlagworte, mehr Lösungen

Nachhaltigkeit braucht keine grossen Parolen, sondern Lösungen, die im Alltag funktionieren.

 

 

In der Diskussion zur «Keine 10-Millionen-Schweiz!» wird oft sehr zugespitzt argumentiert: Die einen sehen nur Probleme, die anderen kaum welche. Die Realität liegt wohl dazwischen. Klar ist: Es gibt Herausforderungen und diese sollten wir pragmatisch angehen.

 

 

Ein Teil liegt direkt bei uns. Im Verkehr stören wir uns über Stau und volle Züge. Gleichzeitig sitzen viele allein im Auto. Fahrgemeinschaften oder flexiblere Arbeits- und Schulzeiten könnten hier schnell Entlastung bringen, ganz ohne grosse Grundsatzdebatten.

 

 

Auch beim Wohnen lohnt sich ein ehrlicher Blick. Wir nutzen heute oft mehr Platz pro Person als früher, was Preise und Nachfrage erhöht. Gleichzeitig können Gemeinden mit klugen Strategien gegensteuern, wie etwa durch gezielte Verdichtung und passende Wohnangebote. In Cham passiert hier bereits einiges.

 

 

Auch die Politik ist gefordert. Themen wie Bildung, Arbeitsmarkt und Fachkräfte bleiben zentral. Viele Bereiche, etwa das Gesundheitswesen, sind auf Zuwanderung angewiesen. Diese fehlen dann aber in Ihrem Herkunftsland und das ist aus meiner Sicht auch nicht fair. Umso wichtiger ist es, im Inland mehr auszubilden und vorhandene Potenziale besser zu nutzen. Und auch das Potential an erfahrenen Arbeitskräften über 50, müssen dürfen wir nicht vernachlässigen. Hier stehen auch die Arbeitgeber in der Verantwortung.

 

 

Und schliesslich gehört auch die internationale Perspektive dazu: Die meisten Menschen kommen nicht ohne Grund in die Schweiz. Faire wirtschaftliche Bedingungen für alle, und verantwortungsvoller Konsum sind Teil der Lösung, bei uns sowie auch in den Herkunftsländern.

 

 

Am Ende geht es um eine Grundsatzfrage: Wollen wir einfache Antworten, die unseren Wohlstand und unsere Sozialwerke gefährden könnten, oder setzen wir auf konkrete, durchdachte Lösungen?

 

 

 

Ich bin überzeugt: Der zweite Weg ist der bessere. Darum ein klares Nein am 14. Juni.

Roger Pitton Co-Präsident GLP Cham